Politporno á la Beckmann
Das Gipfeltreffen der Sanftmütigen, Beck bei Beckmann,
let’s go: Erstes close-up, Schock! Dem
Problembären hatte man unvorteilhafterweise so viel
Tünche in die Pfannkuchenvisage geschmiert, dass eine
LESBARKEIT der großen sozialdemokratischen Tragödie,
die das Zeichenarsenal eines sich im Zustand maximaler
Zerschossenheit befindlichen KÖRPERS möglich gemacht
hätte, von vornherein scheitern musste. So konnte kein
Mitleid angeheftet werden an die Person, die
Voraussetzung dafür – das heldenhaft Verbrauchte eines
waidwunden Politkriegers – hatte die Visagistin in
ihrem Übereifer unwiederbringlich vernichtet. So saß
der Pfälzer dann da, ganz ähnlich seinem noch dickeren
Landsmann vor einigen Monaten, und sagte: nichts! Warum
flippt der nicht mal aus? Warum haut der nicht mal mit
seiner Metzgerfaust auf den Tisch, dass die Späne
fliegen? Statt dessen windelweiches Herumlavieren, der
elende Geisteszustand der politische Kaste im Jahre
2008 hat sich nirgendwo so schädlinghaft eingezeckt wie
hier. Pfui Deibel!
Das übliche Phrasendreschen nahm nun seinen Lauf,
Beckmann versuchte, sich frech zu stellen („War es
Dummheit oder politische Unerfahrenheit?“), was
naturgemäß nach hinten losging. Come, heavy sleep!
Dann aber: Der Wickertuli! Mr. Tagesthemen a. D.! Hatte
sich hundert pro vorher schön Mut angetrunken und, kaum
am Tisch sitzend, den rhetorischen Bärentöter
entsichert. Mr. Ethik! Wie wundervoll dann die folgende
Schurigelei des SPD-Chefs, die er nur so schön verpackt
hatte, weil er damit die naturgemäß wieder einmal
umwerfend geil aussehende Thea Dorn, die ebenfalls
Platz genommen hatte, beeindrucken wollte. Thea-Baby
durchschaute die äußerst amateurhaft camouflierte
Wickertsche Altersgeilheit jedoch sofort und schob ihm
einen Kassiber über den Tisch, nach dessen Lektüre der
Wickert völlig konsterniert leichenblass um sich
wedelnd den Faden verlor.
„In der Pfalz sagt man: Die Treppe wird immer von
oben gekehrt“, ließ Beck noch verlauten, bevor ihm
jemand die Totenmaske vom Schädel zog. Beckmann
versuchte derweil seine durch die alles überstrahlende
Thea Dorn’sche Sexyness hervorgeerufene Erektion
zu bekämpfen und kippte drei Gläser Wasser
hintereinander, Thea Dorn hätte gerne weitergemacht und
dem Talk etwas Philosophie injiziert, allerdings hemmte
die körperliche und geistige Unattraktivität der
Tischrunde ihren Laberdrang nachhaltig – kurz: Der
Abend, der so kaminfeuergemütlich begonnen hatte,
endete im Frost.
Thea Dorns an Uli Wickert adressierter Kassiber kann
übrigens seit heute morgen bei Ebay ersteigert werden.
Darauf zu lesen ist der von ihr eigenhändig verfasste
Text:
„Martin Walser ist eine Granate im Bett und säuft
mit seinen über achtzig immer noch jeden Abend
mindestens drei Flaschen Roten. Sag’ mir einen
Grund, warum ich umsatteln sollte, DU DUMME SAU!“
Bye-bye Uli
Exit Ghost